Meine pers├Ânlichen Erfahrungen mit einem Narzissten - Blogbeitrag von Jessica Cramer

Meine pers├Ânlichen Erfahrungen mit einem Narzissten – Blogbeitrag von Jessica Cramer

Am Anfang unserer Begegnung empfand ich eine gro├če Distanz zu diesem Menschen, ich f├╝hlte mich ihm gegen├╝ber sehr ├╝berlegen. Als wenn ich auf einer h├Âheren Stufe st├Ąnde wie er┬á Ich war sehr selbstbewusst zu dieser Zeit , ich liebte das Gef├╝hl f├╝r ihn unerreichbar zu sein.

Es war dieses Spiel zwischen uns beiden. Mir machte es tats├Ąchlich Spa├č diesen Mann hinzuhalten, doch er gab nie auf. Er zeigte mir unerm├╝dlich, wie wichtig Ich f├╝r Ihn war, diese stetige Aufmerksamkeit, die er mir schenkte war genau das, was Ich mir immer gew├╝nscht habe. Ich f├╝hlte mich nach langer Zeit wertvoll und bedingungslos geliebt.

Zwischen uns beiden bestand eine k├Ârperliche Anziehungskraft, die jedes Mal wenn er mich k├╝sste, meinen Atem stocken lie├č. Es waren Gef├╝hle die Ich zuvor noch nie erlebt habe. Er unterst├╝tzte mich auch tatkr├Ąftig mit allem was zu tun war, auch die liebevolle Art gegen├╝ber meinem Sohn war unbeschreiblich.

Ich hatte endlich das Gef├╝hl angekommen zu sein. Ich habe diesem Mann mein ganzes Herz geschenkt, ich habe ihm blind vertraut und auch nichts mehr ohne Ihn gemacht. Uns gab es nur nur noch im Doppelpack.

Nach einer gewissen Zeit unserer Beziehung wurde ich ungewollt schwanger, ein sogenanntes Spiralkind. Tats├Ąchlich wollte ich mit 30 Jahren keine Kinder mehr bekommen, denn f├╝r mich war immer klar das ich eine junge Mutter sein wollte, ich f├╝hlte mich mit 30 einfach zu alt. Doch weil ich diesen Mann so sehr liebte und diese Schwangerschaft f├╝r mich wie ein Wunder war, entschied ich mich f├╝r dieses Kind.

Im Verlauf der Schwangerschaft entwickelte sich bei mir eine Abneigung gegen meinen Partner, es war egal was er tat, ich hasste Ihn. Ich hasste einfach alles wie er gesprochen hat, wie er ging, wie er sa├č, seinen Geruch einfach alles hat mich gest├Ârt, zwischen durch sogar das er atmete.

Ich war tats├Ąchlich oft sehr unfair zu ihm. Wir haben uns in dieser Zeit auch einmal kurzzeitig getrennt. Genau ab diesem Moment merkte ich das ich wirklich ohne Ihn nicht klarkomme, ich war einsam und alleine, allt├Ągliche Aufgaben schaffte ich nicht zu bew├Ąltigen. Ich war emotional abh├Ąngig von diesem Mann.

W├Ąhrend es mir in dieser Auszeit unglaublich schlecht ging, traf er sich aber schon wieder mit seiner Exfreundin. Es stellte sich sogar raus das die Beiden etwas miteinander hatten. Die Tatsache das er in unserer kurzen Trennungsphase mit einer anderen Frau geschlafen hat, obwohl ich schwanger war mit seinem Kind hat mich ├╝berhaupt nicht interessiert. Ich wollte ihn einfach nur zur├╝ckhaben, ich habe seine Fehler nicht einmal wirklich gesehen.

Ich haben Ihn idealisiert. Ich habe gebettelt und gefleht das er zur├╝ck zu uns kommt. Das tat er auch. Mit dem Tag seiner R├╝ckkehr ├Ąnderte sich aber schon einiges. Er ging ├Âfters alleine weg, brauchte pl├Âtzlich mehr Freiraum f├╝r sich. Er erkl├Ąrte mir das ich ihn dazu getrieben habe das es soweit gekommen ist. Nur durch mein Verhalten hat er mich betrogen. Ich wurde also komplett manipuliert. Ich habe ihn dann auch immer seine Dinge machen lassen, denn ich wollte ja nie ohne ihn sein.

Diese Situationen traten dann bis zum Zeitpunkt der Geburt unseres Sohnes immer wieder mal ein. Jedoch als unser kleines Wunder dann das Licht der Welt erblickte, ├Ąnderte er sich wieder.
Seine anf├Ąngliche F├╝hrsorge war wieder zur├╝ck und mir tat das so gut. Ab dem Tag wo ich mit meinem Baby nach Hause durfte fing dann der Stress richtig an. Unser Sohn war ein sogenanntes Schreikind.

Wir sind sprichw├Ârtlich durch die H├Âlle gegangen. Wir hatte kaum Schlaf denn wir hatten ja noch meinen gr├Â├čeren Sohn, um den wir uns k├╝mmern mussten. In dieser schweren Zeit stellte ich erneut fest, das dieser Mann mein gr├Â├čtes Gl├╝ck ist. Denn ohne ihn h├Ątte ich das alles nicht geschafft.

Nach der 3 monatigen Schreiphase meines Kindes kam dann der n├Ąchste Schicksalsschlag. Ich wurde sehr krank. Ich hatte nicht nur einen Speichelstein in meiner Speicheldr├╝se sondern auch Krebs. Ich musste schnellstm├Âglich operiert werden. F├╝r mich pers├Ânlich war an dieser Situation das Schlimmste, das ich ins Krankenhaus musste. Alleine, ohne meine Kinder. ohne meinen Mann, keine Kontrolle zu haben ├╝ber das was zu Hause passiert, wenn ich nicht da bin. Das war f├╝r mich der Albtraum .

Doch wir haben auch diese signifikante Herausforderung bew├Ąltigt. Ab diesem Moment ├Ąnderte ich meine komplette Sichtweise ├╝ber mein Leben. Mir wurde klar das ich von nun an ankommen m├Âchte. Ich wollte Sicherheit, ich wollte diesen Mann heiraten.

Doch dann kam alles anders ÔÇŽ.
Mein Partner beschloss dann sich einem Verein anzuschlie├čen. Saufen und feiern waren pl├Âtzlich das Gr├Â├čte f├╝r ihn. Sein Alltag gestaltete sich nun nur noch f├╝r seine eigenen Interessen. Wir waren keine Priorit├Ąt mehr. Auf einmal war nichts mehr wie vorher. Wenn ich meine Bedenken ausgesprochen habe, z.B. k├╝mmere dich mal um wichtige Dinge, wie Arbeit, unsere Kinder, nicht immer nur saufen, ging es sogar soweit das ein Riesenstreit seinerseits angezettelt wurde, nur damit er gehen kann.

Diese Situationen h├Ąuften sich dann stetig. Es ging nachher soweit, das er mir sogar sagte; ich bin das alles Schuld wie es jetzt ist. Ich w├╝rde ihm seien Spa├č nicht g├Ânnen. Ich w├Ąre psychisch krank und sollte mir mal Hilfe holen. Das hat er mir so oft gesagt das ich nachher geglaubt habe ich bin wirklich schuldÔÇŽ

Von diesem Zeitpunkt an wurde ich immer realit├Ątsfremder ich habe das nachher wirklich geglaubt, dass ich der missg├╝nstige Part bin. Die Ereignisse gingen weiter, wir hatten immer ein gemeinsames Foto auf Sozialmedia. Pl├Âtzlich ├Ąnderte er sein Profilbild in eins wo er alleine drauf zu sehen war, meine Alarmglocken gingen los.

Nat├╝rlich habe ich gefragt warum er das Bild ge├Ąndert hat, die Antwort war ;spinnst du jetzt wieder rum mit deinen paranoiden Gedanken, ist nur ein Bild. Eines Nachts kam er sturzbetrunken nach Hause und ich sagte du kannst in deinem Rausch auf der Couch schlafen denn oben schlafen die Kinder. Durch diese Aussage von mir eskalierte die Situation. Ich wurde b├Âsartig beschimpft und er war unglaublich aggressiv, so das ich die Polizei gerufen habe.

Durch die Polizei wurde er dann aus meiner Wohnung verwiesen. Er bombardierte mich im Anschluss mit 1000 Nachrichten und schmiss Steine gegen meine Fenster damit ich ihn wieder rein lasse. Es war furchtbar. Am n├Ąchsten Tag als er seinen Rausch ausgeschlafen hat kamen wieder Nachrichten aber diesmal in anderer Form ÔÇŽ

Es waren Entschuldigungen, Worte wie ich liebe dich und jetzt ├Ąndere ich mich. Ich habe ihm geglaubt, denn ich liebte ihn so sehr. Seine Nettigkeiten hielten immer so lange an, bis es wieder Veranstaltungen gab. Mein Verstand sagte mir, dass meine Priorit├Ąten die ich stelle in jeder anderen Beziehung normal sind , aber durch das st├Ąndige manipulieren habe ich extrem an mir selbst gezweifelt.

Es wurde nachher immer schlimmer, auch sein Handy hat er versteckt, nachts in seiner Boxershorts, damit ich es blo├č nicht in die Finger bekomme. Er war auch pl├Âtzlich Stunden im Badezimmer, um dort Nachrichten zu schreiben ÔÇŽ Ich konnte ja sehen wann er online ist.

Als ich ihn fragte ob es eine andere Frau gibt er flippte v├Âllig aus. Er sagte; Du gehst mir so auf die Nerven mit deinem ganzen Schei├č ich gehe jetzt, das wars mit uns ÔÇŽ. DU hast das zerst├Ârt nicht ich. Ja und damit war er weg, ich bin v├Âllig zusammen gebrochen, ich habe geweint und mir die Schuld gegeben. Ich habe ihn angerufen, Nachrichten geschickt um ihn zur├╝ck zu holen.

Die einzige Reaktion von ihm waren die Worte ÔÇ× Du bist das alles Schuld! Von dem Moment an habe ich nur noch gestalkt wo er ist, und mit wem! Das war mein Tagesaufgabe ich war im absoluten Wahn. Zu Hause habe ich nur noch funktioniert f├╝r meine Kindern aber nicht mehr wie ein Mensch sondern wie ein Roboter. Es war der Horror.

Um den weiteren Ablauf zu verstehen kurze Beschreibung zu seiner Situation. Er hatte keine Wohnung und auch kein Geld zur Verf├╝gung somit nicht immer eine M├Âglichkeit um irgendwo unterzukommen. Er wusste ganz genau wie es mir ging und das ich zutiefst leide.

Immer wenn er keine M├Âglichkeit mehr hatte irgendwo unterzukommen oder auch Hunger hatte kamen von ihm Nachrichten. Ich hatte immer wieder Hoffnung das er jetzt zur├╝ckkommt, also habe ich alles getan das er sich bei mir wohlf├╝hlt. Wenn er dann ausgeschlafen und satt war, ist er immer wieder gegangen, nat├╝rlich habe ich immer gefragt kommst du wieder? Fangen wir neu an? Zack ÔÇŽ.rastet er wieder aus und sagt du ├Ąnderst dich nie ÔÇŽ

Ich war wieder Schuld. Ich habe in dieser ganzen Zeit nat├╝rlich recherchiert ohne Ende und hatte meine Best├Ątigung. Ja es gab die ganze Zeit nicht nur eine andere Frau, sondern ein paar. Ich hatte die Fakten schwarz auf wei├č. Das war aber uninteressant f├╝r mich ich h├Ątte alles verziehen weil ich so abh├Ąngig war.

Selbstwert das kannte ich nicht. Grenzen setzen um Gottes Willen dann kommt er ja nicht wieder. Ich habe also alles akzeptiert nur damit dieser Mensch zur├╝ckkommt. Aber der kam nur noch wenn er Vorteile daraus ziehen konnte. Ich habe mich von diesem Mann seelisch und psychisch missbrauchen lassen, nur damit er bei mir bleibt. Ich war am absoluten Tiefpunkt meines Lebens.

Ich habe ihn idealisiert. Immer wieder gab es Momente in denen ich so sehr geweint habe, das ich hilflos zu Boden fiel. Ich habe mit meinen H├Ąnden und F├╝├čen gestrampelt wie ein kleines Kind. Ich habe um Hilfe geschrieben weil der Schmerz so schlimm war und es gab kein Medikament was mir diesen Schmerz h├Ątte nehmen k├Ânnen.

Ich bin in ein so tiefes Loch gefallen, dass ich wirklich nicht mehr wusste wie ich da raus komme. Irgendwann kam der Moment wo ich dachte du musst was tun so geht es nicht weiter. So kam ich zur Spiritualit├Ąt, ich fing an mich mit Kartenlegen zu besch├Ąftigen. Nat├╝rlich immer mit der Frage kommt er zur├╝ck ÔÇŽ

Ich habe angefangen mit Selbstreflektion und dem Thema Grenzen setzen, um zur├╝ck in meine Selbstliebe zu finden. Und genau das ver├Ąnderte schon wieder so vieles. Ich habe mich von dem Drama meines Exfreundes abgewendet, bin nicht mehr sofort gesprungen und das f├╝hrte dazu, dass wenn er was wollte und ich dann nicht reagiert habe er mich auf schlimmste Art beleidigte . Oder sogar sagte ich sei eine schlechte Mutter. Im ersten Moment hat es mich stark verletzt und mich auch wieder zweifeln lassen ÔÇŽ

Doch dann passierte etwas in meinem Kopf, der sogenannte Schalter ist umgeschlagenÔÇŽ Ich habe aufgeh├Ârt diesen Menschen als etwas zu sehen, was er in Wirklichkeit gar nicht istÔÇŽ Ich habe mir bewusst gemacht was er tats├Ąchlich ist ÔÇŽ Ein Niemand!!!!!

Er hatte nichts, weder eine Wohnung noch Geld, er hat ein massives Drogenproblem. Er k├╝mmert sich nie um seine Kinder. Er muss Menschen bel├╝gen und bestehlen, um sich als etwas zu pr├Ąsentieren was er gar nicht ist ÔÇŽ

Mit diesen Augenblick der Erkenntnis f├╝hlte ich mich stark und auch gl├╝cklich. Je mehr ich mir bewusst machte was dieser Mann f├╝r Masken tr├Ągt umso st├Ąrker wurde ich.

 

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