Spirit-Moment von Horst Leuwer

Spirit-Moment von Horst Leuwer

Ich bin „Mittvierziger“ und gehöre zu den Menschen, die sich mit der aktuellen Situation selten zufrieden geben, stĂ€ndig alles hinterfragen und auch gerne im positiven Sinne kritisieren. Auch das Aufmerksam machen auf Unrecht, nicht eingehaltene Regeln, auf Unmenschlichkeit, und vieles mehr, sehe ich als persönlichen Auftrag. Bisher dachte ich oftmals, alles bis zum Schluss durchdiskutieren zu mĂŒssen.

Mein Leben war immer geprÀgt von extremer Kopflastigkeit, alles musste logisch sein, alles musste der Frage nach dem Warum standhalten. Rationales Denken und Handeln hatte immer PrioritÀt. Vielen um mich herum wird diese Einstellung das Leben sicher manchmal schwer gemacht haben. Was bei diesem rationalen Denken und Handeln zu kurz kommt, sind die Emotionen, sie werden im tiefen Tal des Rationalen versenkt und mit einem Deckel gesichert.

Dann begann ich entgegen dieser, meiner extremen Kopflastigkeit mit der Ausbildung zum RĂŒckfĂŒhrungstherapeuten. Heute weiß ich, dass es die klarste Form von FĂŒhrung und FĂŒgung war – so als wĂŒrde mich meine Seele einfach schuppsen
 Und innerhalb dieser Ausbildung erlebte ich dann tatsĂ€chlich etliche „blaue Wunder“ die mich zu einem anderen Menschen machten – ich bekam endlich wieder die Verbindung zu meinem Inneren, meinem wahren Kern


Eine erste dieser besonderen Erfahrungen erlebte ich in der ersten RĂŒckfĂŒhrung in der Ausbildung. Irgendwie schaffte es meine Kollegin nicht wirklich meine Schale zu knacken und Informationen aus dem Unterbewusstsein an die OberflĂ€che zu bringen.

Das Protokoll dieser Sitzung:
Manchmal ist es gut, so abgeschottet zu sein, aber es macht die Welt erheblich kÀlter, das Leben emotionsloser.

Aus der Tatsache, dass mein Unterbewusstsein nicht willens ist, mehr zuzulassen, fasst der Seminarleiter den Beschluss meine Sitzung vom Ablauf her abzukĂŒrzen und mich sofort in das „Lila Feuer der Auflösung“ zu schicken. Auch hier bin ich nun sehr, sehr skeptisch, ob das wohl klappen wird. „Lila Feuer der Auflösung“, das klingt nicht sonderlich vernĂŒnftig und Vertrauen erweckend.

Anfangs, kann ich mir schon ein Feuer vorstellen, auch dass es grĂ¶ĂŸer wird. Dann soll ich nĂ€her gehen und reinsteigen. Werde ich das tatsĂ€chlich tun? Lieber zweifle ich noch ein wenig. Doch dann bin ich drin- ohne Zweifel; denn was dann „abgeht“, ist mit Worten nicht zu beschreiben.

Sehen kann ich „eigentlich“ wenig, doch habe ich viel Licht, Schatten bis Farben (also doch Sehen) vor meinem dritten Auge. Und dann folgt ein „Emotionsgewitter“. Es fĂ€ngt langsam an und gibt ein so wohliges GefĂŒhl, wie wenn Weihnachten und Ostern bei schönstem Wetter und netten Leuten auf einen Tag fallen. Also etwas ganz Außergewöhnliches.

Doch dann geht es richtig ab: SchmetterlingsgefĂŒhl, Hochstimmung, Freude, alles zusammen, immer mehr, wie bei einem Anstieg auf den Mount Everest – etwa zehn bis fĂŒnfzehn Minuten.

Charlotte, meine Kollegin und der Seminarleiter verlassen mich und wollen etwa 25 Minuten wegbleiben. Ich bin froh dies alleine erleben zu dĂŒrfen. Das HochgefĂŒhl bleibt etwa zehn bis fĂŒnfzehn Minuten, bevor es langsam, ganz langsam nachlĂ€sst. WĂ€hrend dieser Zeit habe ich eine permanente Muskelkontraktion am ganzen Körper – besonders im Kopf-Nackenbereich, bretthart und kein Nachlassen und weiterhin dieses HochgefĂŒhl, unbeschreiblich.

Nach insgesamt gut 20 bis 25 Minuten ebbt es ganz langsam ab, und als die beiden den Raum betreten, bitte ich um weitere fĂŒnf Minuten. Die brauche ich auch, da das alles mich sehr (im positiven Sinne) mitgenommen hat. Ich hatte noch nie, auch nicht ansatzweise in irgendeiner Form etwas Ähnliches erlebt.

Es war einfach Wahnsinn, purer Wahnsinn. Als die beiden dann wieder eintreffen, frage ich den Seminarleiter, wie er meine Situation wahrnimmt, denn ich sehe, dass er mein Innerstes erspĂŒren kann.

„Da ist jemand total glĂŒcklich“, so lautet seine knappe Zusammenfassung.

Das kann meinen Zustand nicht zusammenfassen, aber glĂŒcklich sein, das muss wohl so Ă€hnlich sein. Ich brauche noch einige Zeit, um wieder in halbwegs normale Gefilde zu kommen.


Wer Fragen an Horst Leuwer hat, kann gerne Kontakt zu ihm aufnehmen.

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